Wohnraum ist keine Ware

Kurze Nachbetrachtung der Demo:

Ungefähr 500 Leute demonstrierten gemeinsam gegen Verdrängung aus der Innenstadt und gegen die Machenschaften von Berlin Aspire Real Estate, Akelius und Co. Auch die Mieterinnen vom Hansa-Ufer 5 waren mit einer Kutsche dabei.

Begleitet von Mieter Man und Squat Woman machten wir uns auf den Weg in die Friedrichstraße 82 zum Firmensitz von Berlin Aspire Real Estate, einem Akteur der Verdrängung in Berlin.

Die Polizei verhinderte allerdings, dass wir unser Ziel erreichen. Das Büro von Berlin Aspire im sechsten Stock musste vor uns beschützt werden. Welch ein Schwachsinn!

Am 6. September startet um 15 Uhr am Dragonerareal (Mehringdamm/Obentraut-oder Blücherstraße) eine Demonstration unter dem Motto „Wohnraum ist keine Ware“ gegen den Ausverkauf der Stadt. Die Route führt uns zu Berlin Aspire Real Estate in der Friedrichstraße 82 in Berlin Mitte. Unter dieser Adresse ist auch unser Eigentümer Da­ni­el­le Re­si­den­ti­al GmbH & Co. KG ansässig.

Kommt alle zur Demo und bringt Eure Nachbar*innen mit!

Don’t panic, organize!

Der Ausverkauf und die Aufwertung Berlins gehen weiter. Wohnhäuser werden an private Investor*innen verkauft und in Teileigentum aufgespalten, Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt, der Mietspiegel steigt seit Jahren zu Lasten der Mieter*innen.

Menschen mit geringem Einkommen werden durch Umwandlung und Aufwertung verdrängt, damit Anleger*innen schnelles Geld machen und ihr Erspartes in Sicherheit wiegen können.

Ein Beispiel für ein Unternehmen, dass sich die internationale Beliebtheit des Berliner Immobilienmarktes zu Nutze macht, ist die Berlin Aspire Real Estate GmbH. Häuser werden gekauft, in Eigentumswohnungen umgewandelt und als solche weiterverkauft. Den Anleger*innen wird Gewinnmaximierung durch Aufwertung und das Umlegen der Modernisierungskosten auf die Mieter*innen versprochen. Wohnungen werden ohne Baugenehmigung luxussaniert und zu schicken Ferienwohnungen gemacht. So wirbt Berlin Aspire offen auf der Facebookseite des Unternehmens mit dem derzeitigen Wert von Ferienwohnungen in Berlin und ist auch auf Air BnB mit einer ansehnlichen Anzahl an Übernachtungsmöglichkeiten zu hohen Preisen vertreten.

Berlin Aspire verwaltet die Wohnungen ganz stressfrei für die Käufer*innen weiter. Ein glatter Deal. Gesetze und Mieter*innenrechte? Egal.

Wir alle sind vom Ausverkauf Berlins betroffen, ob nun direkt durch steigende Mieten und die endlose Suche nach bezahlbarem Wohnraum im Wunsch-Wohngebiet oder indirekt, wenn der Lieblingsspäti um die Ecke dem Edelcafe weichen muss.

Nicht nur die Bewohner*innen der Aspire-Häuser schließen sich in diesen Tagen zusammen und organisieren sich, um der Machtlosigkeit entgegenzutreten und den Profiteur*innen einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Wir sind ein breites Bündnis und fordern:

  • Den sofortigen Umwandlungsstopp von Miet- in Eigentumswohnungen
  • Die Einführung einer Umwandlungsverordnung mit Genehmigungspflicht in ganz Berlin
  • Die Aufnahme ganz Berlins in die soziale Erhaltungsverordnung (Milieuschutz)
  • Die Rekommunalisierung des privaten Wohnungs- und Mietshausbestandes durch die Einführung eines berlinweiten Vorkaufsrechtes durch einen nicht profitorientierten kommunalen Träger
  • Die Einführung einer wirksamen Mietenbremse im Sinne der Mieter*innen