Bearm die zweite oder quo vadis Kaution

Die Hausverwaltung Bearm überzieht ihre Mieterinnen und Mieter gerade mit Briefen, in denen sie diese aufgefordert, beim Aufsuchen ihrer Mietkautionen behilflich zu sein. Die ehemaligen Eigentümer staunen und wundern sich. Schließlich haben sie die Kautionen ordnungsgemäß an den neuen Eigentümer übergeben und werden nun der Unterschlagung bezichtigt. Bearm lügt! Oder will Bearm sich etwa an unseren Kautionen vergreifen …?

Bearm Motherfucker Bearm

Kürzlich fragte sich die Wilde Weser auf ihrem Blog, wer oder was die Hausverwaltung Bearm (sprich: Börm) eigentlich ist. Wir Mieter*innen eines Hauses, das von der Bearm verwaltet wird, fragen uns ja eher, was die Bearm den ganzen Tag eigentlich so macht. Obwohl, eigentlich wissen wir es ja: NICHTS. Für die Anliegen von uns Mieter*innen hat ist die Bearm natürlich nicht zu sprechen. Dafür ist sie ganz groß im Entsorgen von Fahrradleichen und darin uns sonst irgendwie zu nerven. Außerdem hört man immer wieder von nicht funktionierenden Heizungen und anderen Widrigkeiten, die den Bewohner*innen das Leben schwer machen. Aber vielleicht ist Herr Emuth einfach zu sehr mit seinen Entmietungen beschäftigt.

ALLES MUSS RAUS!!!

Vergangene Woche bekamen wir Post vom Notar Thomas Santüns, einem bewährten Geschäftspartner von Berlin Aspire Real Estate. Unsere Wohnungen sind verkauft. Für schlappe 2.500 Euro pro Quadratmeter. Wir können natürlich noch von unserem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Es wäre interessant zu wissen, mit welchen Renditeversprechungen Berlin Aspire oder Berlin Estate die Investoren eingelullt haben, damit diese unsere Schrottwohnungen kaufen.
In den Kaufverträgen steht, dass bei der Kaufpreisbildung der Zustand der Wohnungen berücksichtigt wurde. Anscheinend waren hier magische Kräfte im Spiel. Berlin Aspire hat keine der Wohnungen besichtigt … Vermutlich wurden auch deswegen die Grundrisse der Wohnungen verändert und zusätzlich ein paar Quadratmeter größer gemacht.

Auch das MieterEcho Online beschäftigt sich mit den Machenschaften von Berlin Aspire Real Estate.

Videokundgebung vor dem Mietshaus Hermannstraße 232 Ecke Biebricher Straße

Am Dienstagabend, den 14.10.14 fand in der Biebricher Straße vor dem Wohnhaus Hermannstraße 232 eine Videokundgebung im Rahmen der stadtpolitischen Aktionswoche des Berliner Ratschlags statt. Der Immoblieninvestor Berlin Aspire Real Estate hat das Eckhaus vor über zwei Jahren gekauft. Seitdem werden die Mieter*innen vom Eigentümer und der Hausverwaltung BEARM vertreten durch deren Geschäftsführer, dem Entmietungsspezialisten Frank Emuth, unter Druck gesetzt, um sie zum Auszug zu drängen.

Ungefähr hundert Interessierte sahen mit uns den Film Mietrebellen von Gertrud Schule Westenberg und Matthias Coers. Außerdem gesellten sich zahlreiche Passant*innen zu uns oder deckten sich mit Infomaterialien zu mietrechtlichen Fragen und zu den miesen Geschäftspraktiken von Berlin Aspire Real Estate ein. Bisher konnte Berlin Aspire als eher unbekannter Akteur der Verdrängung im Verborgenen agieren. Diese Zeiten sind nunmer vorbei: Die Mieter*innen aus den verschieden Aspire-Häuser schließlich sich zusammen und wehren sich gemeinsam!

Der Redebeitrag von der Videokundgebung ist auf der Seite der Stadtteilinitiative Café Reiche dokumentiert.

Wohnraum ist keine Ware

Kurze Nachbetrachtung der Demo:

Ungefähr 500 Leute demonstrierten gemeinsam gegen Verdrängung aus der Innenstadt und gegen die Machenschaften von Berlin Aspire Real Estate, Akelius und Co. Auch die Mieterinnen vom Hansa-Ufer 5 waren mit einer Kutsche dabei.

Begleitet von Mieter Man und Squat Woman machten wir uns auf den Weg in die Friedrichstraße 82 zum Firmensitz von Berlin Aspire Real Estate, einem Akteur der Verdrängung in Berlin.

Die Polizei verhinderte allerdings, dass wir unser Ziel erreichen. Das Büro von Berlin Aspire im sechsten Stock musste vor uns beschützt werden. Welch ein Schwachsinn!

Am 6. September startet um 15 Uhr am Dragonerareal (Mehringdamm/Obentraut-oder Blücherstraße) eine Demonstration unter dem Motto „Wohnraum ist keine Ware“ gegen den Ausverkauf der Stadt. Die Route führt uns zu Berlin Aspire Real Estate in der Friedrichstraße 82 in Berlin Mitte. Unter dieser Adresse ist auch unser Eigentümer Da­ni­el­le Re­si­den­ti­al GmbH & Co. KG ansässig.

Kommt alle zur Demo und bringt Eure Nachbar*innen mit!

Don’t panic, organize!

Der Ausverkauf und die Aufwertung Berlins gehen weiter. Wohnhäuser werden an private Investor*innen verkauft und in Teileigentum aufgespalten, Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt, der Mietspiegel steigt seit Jahren zu Lasten der Mieter*innen.

Menschen mit geringem Einkommen werden durch Umwandlung und Aufwertung verdrängt, damit Anleger*innen schnelles Geld machen und ihr Erspartes in Sicherheit wiegen können.

Ein Beispiel für ein Unternehmen, dass sich die internationale Beliebtheit des Berliner Immobilienmarktes zu Nutze macht, ist die Berlin Aspire Real Estate GmbH. Häuser werden gekauft, in Eigentumswohnungen umgewandelt und als solche weiterverkauft. Den Anleger*innen wird Gewinnmaximierung durch Aufwertung und das Umlegen der Modernisierungskosten auf die Mieter*innen versprochen. Wohnungen werden ohne Baugenehmigung luxussaniert und zu schicken Ferienwohnungen gemacht. So wirbt Berlin Aspire offen auf der Facebookseite des Unternehmens mit dem derzeitigen Wert von Ferienwohnungen in Berlin und ist auch auf Air BnB mit einer ansehnlichen Anzahl an Übernachtungsmöglichkeiten zu hohen Preisen vertreten.

Berlin Aspire verwaltet die Wohnungen ganz stressfrei für die Käufer*innen weiter. Ein glatter Deal. Gesetze und Mieter*innenrechte? Egal.

Wir alle sind vom Ausverkauf Berlins betroffen, ob nun direkt durch steigende Mieten und die endlose Suche nach bezahlbarem Wohnraum im Wunsch-Wohngebiet oder indirekt, wenn der Lieblingsspäti um die Ecke dem Edelcafe weichen muss.

Nicht nur die Bewohner*innen der Aspire-Häuser schließen sich in diesen Tagen zusammen und organisieren sich, um der Machtlosigkeit entgegenzutreten und den Profiteur*innen einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Wir sind ein breites Bündnis und fordern:

  • Den sofortigen Umwandlungsstopp von Miet- in Eigentumswohnungen
  • Die Einführung einer Umwandlungsverordnung mit Genehmigungspflicht in ganz Berlin
  • Die Aufnahme ganz Berlins in die soziale Erhaltungsverordnung (Milieuschutz)
  • Die Rekommunalisierung des privaten Wohnungs- und Mietshausbestandes durch die Einführung eines berlinweiten Vorkaufsrechtes durch einen nicht profitorientierten kommunalen Träger
  • Die Einführung einer wirksamen Mietenbremse im Sinne der Mieter*innen